Wenn ich reise, habe ich das Gefühl, mich von all meinen mentalen Altlasten zu befreien und die Dinge mit neuen Augen zu sehen. Das ist wie ein Reset-Knopf, eine Wiederherstellungsfunktion, die mich Eigenschaften von mir wiederentdecken lässt, die im Alltag untergegangen sind. Ich glaube, es ist gesund, das ganze Spektrum an Emotionen durchzumachen. Wenn man seine Komfortzone verlässt, passieren schöne und spannende Dinge, und genau das spüre ich, wenn ich reise. Mein Reiserhythmus ist ziemlich spontan. Eigentlich treffe ich Entscheidungen nur, wenn ich es unbedingt muss. Ich folge einfach meinen Instinkten. Wenn es sich richtig anfühlt, alles genau in mir aufzunehmen, reise ich langsam, aber ich spüre auch, wann es Zeit ist, weiterzuziehen.

Im Frühjahr und im Sommer arbeite ich als Saison-Arbeiter in Nordkalifornien, in den restlichen Monaten reise ich durch die Welt. In meinem Heimatland, den USA, war ich noch nicht so viel unterwegs, wie ich wollte. Eigentlich kenne ich dort nur die Westküste, Hawaii und große Teile New Jerseys und New Yorks. In Zentralamerika habe ich weite Teile Zentral- und Südmexikos besucht und war schon in der Karibik und in Honduras. In Europa kenne ich Italien, Griechenland sowie Amsterdam, London und Berlin. Auf meinen Asienreisen war ich auf den Philippinen, in Indonesien, in Thailand, in Kambodscha und in Vietnam.

Ich bin Halb-Grieche. Obwohl ich erst mit 16 Jahren zum ersten Mal in Griechenland war, ist diese Herkunft ist ein wichtiger Teil von mir. Als ich im Alter von 26 Jahren nach Griechenland zurückkehrte, habe ich mich in eine Amerikanerin verliebt, die in Athen lebt und sich dort gut auskennt. In einem Mietwagen sind wir über die Peloponnes-Halbinsel gefahren. Es ist schwer, diese wunderbare Erfahrung von meinem Gefühl des Verliebt-Seins zu trennen…

In Südostasien habe ich meine erste Reiseerfahrung als Solo-Traveler gemacht. Ich war mit einem Freund unterwegs, aber dann haben wir uns in Kambodscha getrennt. Zuerst war ich nervös, aber letztendlich war es das Beste, was mir je passiert ist. Ich habe mich wirklich wie ich selbst gefühlt –frei und unabhängig. Ich habe ein Motorrad gekauft und bin von Ho Chi Minh nach Hanoi gereist. Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, vollständig für mein eigenes Leben verantwortlich zu sein. Ich war mir bewusst, wie viele Privilegien ich hatte und dass ich auch jederzeit sterben könnte.

Aber die Stadt, in der ich mich am freiesten fühle, ist Berlin. Sie vereint Individualität, Monotonie und Schmutz und hat trotzdem noch ihren ganz eigenen Stil. Ich habe vor, nächstes oder übernächstes Jahr für einige Monate dort zu wohnen. Früher dachte ich, dass “Zuhause” da ist, wo deine Sachen sind. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

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