Vorwärtskommen auf Kuba!

Vorwärtskommen auf Kuba!

Vorwärtskommen auf Kuba muss gelernt, oder zumindest geplant sein. Nicht zuletzt auf Grund der Art und Weise wie man das Land besucht, können die Erlebnisse während des Inselbesuches und mit ihnen die Qualität maßgeblich beeinflusst werden.

Reiseinspiration

Wir hatten eine tolle Zeit! Trotzdem hätten wir uns gewünscht, dass wir das Wissen welches wir jetzt, nach unserer Reise, schon vorher gehabt hätten. Beim nächsten Mal würden oder werden wir es ein bisschen anderes machen. Wie und warum und noch weitere wertvolle Tipps die wir aus unseren Reiseerfahrungen gezogen haben möchten wir an dieser Stelle teilen. Vielleicht können sie euch helfen eure Kubaeindrücke vom ersten Moment an noch intensiver werden zu lassen um das Land noch besser und eindrücklicher erfahren zu können.

Neue Annäherung – Politisch wie Touristisch

Kuba ist schon seit Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten, ein begehrtes Reiseziel in der Karibik. Nicht ohne Grund, scheint dort doch vieles anders zu sein. In den letzten Jahren und nicht zuletzt auch während der politischen Annäherung zwischen der Kubanischen Führung und den USA unter Präsident Obama ist Kuba ein noch begehrteres Ziel für Karibikreisen geworden.

Aus unseren Beobachtungen hat dies für Reisende zwei einschneidende Konsequenzen. Zum einen, das Positive, sind die Flüge auf die Karibikinsel billiger geworden. Zum anderen, das Negative, ist die Insel auf das noch Mehr an Touristen gleichbleibend schlecht vorbereitet. Dies merkt man vor allem daran, dass die Transportsysteme maßlos überfordert sind. Den Massen an Touristen ist scheinbar nur schlecht Herr zu werden, speziell hinsichtlich des örtlichen Transportsystems. Dabei hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Fortbewegungsmitteln. Zum einen gibt es das ursprüngliche, „kubanische“ Bussystem, dem sich allerdings kaum jemals westliche Besucher bedienen. Zu wenig Komfort, zu unpünktlich, zu ungeregelt und generell für Nicht-Einheimische schlichtweg zu undurchsichtig. Daher hat man vor einiger Zeit begonnen ein zweites Bussystem aufzubauen, mit dem Ziel den Bedürfnissen westlicher Touristen etwas näher zu kommen. Gleichzeitig kann man so mehr Geld in die Staatskasse fließen lassen. Doch nicht nur Touristen bedienen sich diese Bussystems. Kubaner die es sich leisten können verzichten ebenfalls nicht auf das bisschen mehr an Pünktlichkeit und Reisekomfort. Mit etwas Glück reist man so sogar inklusive einer funktionierenden Klimaanlage. Hat letzteres System noch bis vor wenigen Jahren recht gut funktioniert scheint es jetzt mit dem noch Mehr an Touristen kurz vor dem Zusammenbruch beziehungsweise weit weg von seinem ursprünglichen Ziel zu sein. Zumindest wenn man spontan von Ort zu Ort reisen, oder aber nicht am Zwischengang oder dem Armaturenbrett sitzen möchte. Einen Platz bekommt man oft nur einige Tage im Voraus. Klimaanlagen funktionieren, ohne Geld für Wartungsarbeiten, oftmals nicht mehr. Darüber hinaus nimmt mit der steigenden Zahl an zu Transportierenden die Pünktlichkeit ab und Zeitpläne werden immer schlechter eingehalten.

Taxifahren zwischen Komfort und Style!

Wir haben uns oftmals für die Reise in einem Taxi entschieden. Manchmal, in einem der allgemeinen Kubavorstellung entsprechenden Oldtimer. Immer häufiger jedoch in modernen, gelben, aus Asien importierten Taxis. Erstere wurden einst von den USA zurückgelassenen und werden bis heute von ihren jetzigen Besitzern liebevoll gewartet. Diese sind vor allem noch in den großen Städten, allen voran der Hauptstadt La Havanna, anzutreffen wo sie unmissverständlich und allgegenwärtig zum Charme der Hauptstadt beitragen. Und auch wenn man einmal in solch einem Oldtimer chauffiert werden muss, weiß man schon bald auch die Vorzüge eines modernen Taxis mit Klimaanlage zu schätzen. Gegenüber dem Reisen in einem Bus kostet die Taxireise natürlich mehr, lässt sich aber auf einen Ähnlichen Preis reduzieren wenn man Fahrgemeinschaften bildet. So gesehen funktioniert die Reise mit einem Taxi recht gut und ähnlich günstig.

Unendlichen Weiten stehen eingeschränkte Möglichkeiten gegenüber.

Allerdings nur solange, solange man von Stadt zu Stadt beziehungsweise von Touristenattraktion zu Touristenattraktion möchte. Sobald man abseits der gängigen Routen unterwegs ist, entlegenen Orte und die ruhigen Plätzchen der Insel sucht und erkunden möchte oder sich an einsame Strände bringen lassen möchte wird es komplizierter oder aber auch unmöglich. Wir sind daran gescheitert und haben die Erfahrung gemacht, dass viele der Taxifahrer die Wege an solche Orte nicht kennen oder aber ihnen die Orte an sich kein Begriff sind. Darüber hinaus scheint es eine unüberwindbare logistische Hürde zu geben wenn man sich von gewünschtem Ort auch wieder zu einem bestimmten Zeitpunkt abholen lassen möchte. Aber ehrlich gesagt kann man das auch Niemandem Übel nehmen. Warum sollte sich jemand diesen Aufwand antun wenn er zur gleichen Zeit Menschen vor Ort von A nach B und zurück transportieren kann. Auch das Fehlen an Wissen Wo etwas ist und Wie man hinkommt kann man verstehen. Viele Kubaner können sich den Luxus sich an schöne, einsame Orte zu begeben und dieser um ihrer selbst willen zu genießen, nach wie vor nicht leisten. Der Kampf mit dem Alltag dominiert eben diesen oftmals noch. Kurz, das Reisen mit dem Taxi stellt unter Umständen zwar eine gute Alternative zu den Bussystemen dar, ist unserer Meinung nach aber nicht das Reisemittel der Wahl.

Ein Auto muss her!

Umso mehr wenn man, wie wir, das gesamte Land, seine Natur und Menschen kennenlernen möchte und nicht nur die im Reisekatalog vorgeschriebenen Routen abklappern möchte. Was einem dann also noch bleibt ist das Mieten eines Autos. Vor unserer Reise haben wir uns vertieft, eventuell aber nicht intensiv genug, mit dieser Möglichkeit auseinander gesetzt. Dabei sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Option eben keine solche darstellt. Aus jetziger, post-Kubareise Sicht, ein fataler Fehler, denn auf unserer Reise durch Mittel- und Südamerika war Kuba wahrscheinlich das Land wo wir von einem Mietauto am meisten profitiert hätten können hinsichtlich unserer Eindrücke von Land und Leuten. Aber zurück zu dem was man uns vor unserer Reise geraten hat beziehungsweise was wir gelesen und herausgefunden haben:

„Ein Auto zu mieten macht ob des erstklassigen öffentlichen Transportsystems in Kuba wenig Sinn“.

„Der Zustand der Straßen lässt als Selberfahrer oftmals zu wünschen übrig“.

„Die Autos laufen ständig Gefahr ausgeraubt und ausgeschlachtet zu werden wenn man es für einen Moment aus den Augen lässt“.

Solche und ähnliche Aussagen konnten wir an unterschiedlichen Stellen finden und haben uns umgestimmt. Vor Ort haben wir dann allerdings mehrmals andere Reisende getroffen, welche sich Ihre Pläne ein Auto zu mieten nicht, wie wir, vermiesen haben lassen. Und gut haben sie daran getan. Straßen stellten in den wenigsten Fällen ein überproportionales Problem dar. Die meisten Unterkünfte hatten Garagen, oder zumindest abgezäunte Bereiche - ob dies überhaupt notwendig ist bezweifeln wir bis heute - und diese Reisenden hatten keine Probleme damit entlegene Orte aufzusuchen und dort so lange zu bleiben wie sie wollten.

Nach unseren Erfahrungen mit den Bussystemen und den Taxifahrten beziehungsweise den Nichttaxifahrten war für uns klar: Wir brauchen auch ein Mietauto. Und hier kommen wir erneut auf das eigentliche Grundproblem des Reisens auf Kuba zu sprechen, nämlich den Massen an Touristen denen das Land und seine Infrastruktur nicht gewachsen zu sein scheint. Vor Ort, besser gesagt an den Orten wo es theoretisch überhaupt möglich ist sich ein Auto zu mieten, war genau dies unmöglich. Und das landesweit, wie uns die Vermieter immer wieder bestätigten. Es gibt schlichtweg nicht genügend Mietautos und sie sind auf Wochen ausgebucht. Das bedeutet, dass dies am Besten bereits einige Wochen vor Antritt der Reise zu organisieren gewesen wäre.

¡Hasta la próxima!

Wir haben die gängigen Reisemöglichkeiten Kubas ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass für uns und unsere Art des Reisens, abseits der gängigen Routen jedes Pauschalreiseführers, ein Mietauto die Beste Variante gewesen wäre. Dies bedeutet keineswegs weniger in Kontakt mit Einheimischen zu kommen oder sich dem echten Kuba und seinem urtypischen System und Charme zu entziehen, zumindest für uns nicht. Alleine, es hätte unsere Möglichkeiten das echte Kuba, seine Menschen, seine Orte und seine Natur noch intensiver und umfangreicher zu erleben erweitert und bereichert. Und so haben wir uns nach fünf Wochen von Kuba verabschiedet, mit dem Bewusstsein wieder zu kommen und auf unserer Entdeckungsreise des heutigen Kubas das nächste Mal auf ein eigenes Transportmittel nicht zu verzichten. In diesem Sinne also „¡Hasta la próxima!“

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