Norwegen – Roadtrip durch das Land der Wikinger (Teil 4)

Touristenregionen sind nichts für uns

Norwegen – Roadtrip durch das Land der Wikinger (Teil 4)

Mittwoch, 18.07.2018 - 06:00. An diesem Mittwochmorgen frühstückten wir gemütlich im Hotel und gingen unsere Route für den heutigen Tag nochmal durch. Geplant hatten wir nicht viel. Es ging eine lange aber schöne Strecke wieder Richtung Süden.

Reisebericht

Es dauerte nicht lange und die Straßen wurden voller und man sah mehr Touristen. Im nördlicheren Teil des Landes fuhren wir oft etliche Kilometer ohne nur einen Menschen oder ein Auto zu sehen. Dies war jetzt vorbei. Wir kamen den Norwegischen Touristenregionen immer näher. Doch das hielt uns nicht auf. Wir machten das Beste daraus und genossen weiterhin die schönste Natur die ich jemals gesehen habe.

Donnerstag, 19.07.2018 - 06:00. Am Donnerstagmorgen ging es sehr wieder los. Dieses Mal mit der vollen Montur. Wir mussten alles mitnehmen: Schlafsack, Isomatte und jede Menge Wasser und Essen.

Unsere Tour ging auf die bekannte Trolltunga. Wir wussten vorher nicht genau ob wir diese Route wirklich machen sollten, da dies eine bekannte Touristenattraktion ist. An sonnigen Wochenendtagen steht man drei Stunden an um ein Bild auf der Trollzunge zu bekommen. Um dies etwas zu umgehen haben wir uns ganz viel Zeit gelassen auf den Gipfel zu kommen. Unser Vorteil war es, dass wir an der Trollzunge übernachten würden und nicht am gleichen Tag wieder runter mussten. Der Weg zur Trolltunga ist komplett entschärft und für jeden leicht zu erreichen. Selbst Familien mit Kindern sahen wir auf dem Weg. Wenn man gemütlich läuft, braucht man ungefähr 4 Stunden. Doch Achtung - die angegebenen 11 Kilometer für die man 4 Stunden brauchen soll, zählen ab dem Beginn des Wanderweges. Dieser beginnt aber nicht unten am Parkplatz, sondern 400 Höhenmeter (3.5 Kilometer) vom Parkplatz entfernt. Eine Lange und steile Straße muss erst überwunden werden bevor es erst losgeht. Ein Shuttle den ich absolut empfehlen kann wird dort angeboten. Für umgerechnet 13 Euro pro Person wird man die ersten 3.5 Kilometer gefahren.

Was ich frech finde ist, dass der Hauptparkplatz volle 50 Euro pro 24 Stunden kostet. Stellt man sein Auto weiter unten in Tyssedal ab kostet der Parkplatz nur 30 Euro. Dafür muss man von dort auch mit dem Shuttle losfahren was wiederrum kostet. Oder man läuft die 6 Kilometer bis zum Hauptparkplatz. Man muss selbst entscheiden ob man nur 30 Euro ausgeben mag und 22 Kilometer zur Trolltunga laufen will oder man gibt 63 Euro aus und man hat nur 11 Kilometer. Ich persönlich kann die zweite Variante empfehlen. Sollte man dort oben total fertig ankommen kann man die Aussicht nicht mehr genießen und der ganze Aufwand lohnt sich nicht.

Gegen Nachmittag kamen wir an der Trollzunge an und es waren an diesem Tag gar nicht mal so viele Touristen unterwegs wie wir dachten.

Sehr wahrscheinlich waren alle schon auf dem Rückweg. Wir bauten gemütlich unser Zelt schräg unter der Trolltunga auf und machten uns erstmal etwas zu essen. Beim Essen sahen wir zur Trollzunge hoch und beobachteten alle Touristen die dort um das beste Foto kämpften.

Jede Sekunde eine andere Pose und das Foto sitzt. Ob Beine runter hängen lassen oder auf der Trollzunge rumspringen. Dort oben sieht man alles und es ist wirklich amüsant. Wir warteten bis 21 Uhr bis wir uns nach oben begaben. Es waren nur noch wenige Menschen vor Ort. Jetzt machten wir in völliger Ruhe ohne Stress unsere Bilder. Das Wetter war perfekt. Einige Leute kamen selbst um 22 Uhr oben noch am um dort zu übernachten.

Ich kann jedem, der die Trolltunga besuchen will nur nahelegen, es niemals an einem Wochenende zu tun. Wenn es die Zeit zulässt nutzt es aus, dass man oben Zelten darf. Man macht sich so kein Stress und kann alles genießen.

Freitag, 20.07.2018. Der Wecker klingelte um 05:00, weil wir den Sonnenaufgang über den Bergen erleben wollten. Leider war es sehr nebelig an diesem Morgen und die Sicht war gleich Null. Wir beschlossen unser Zelt zusammen zu packen und uns auf den Rückweg zu begeben. Um 05:30 als wir los gingen kamen uns schon die ersten Touristen entgegen. Rein zeitlich müssen sie um 02:30 losgegangen sein. Also noch früher geht wirklich nicht. Gegen 06:00 kamen uns immer mehr Menschen entgegen. Wir haben nicht genau gezählt aber es waren mindestens 300 die uns zwischen 05:30 und 06:30 entgegen kamen. Also völlig überlaufen. Ich will gar nicht sehen wie es dort gegen Mittag aussieht. Wir waren froh oben übernachtet zu haben. Somit hatten wir das volle Erlebnis ohne Stress und langes Anstehen.

An dem Freitag hatten wir noch zwei Wasserfälle auf dem Plan die wir auch besuchten. Am nächsten Tag sollte es eigentlich auf den Kjeragbolten gehen. Ein Stein der zwischen zwei Felsen hängt. Dort kann man drauf gehen und Bilder machen. Wir beschlossen gemeinsam, dass wir diesen Punkt unserer Reise auslassen wollen, da die Trolltunga schon zu touristisch war.

Wir wollten die Natur erleben und keine Menschenmassen. Somit waren alle unsere Punkte abgearbeitet. Schneller als wir dachten. Eigentlich sollte es erst ein paar Tage später zurück gehen, doch wir beschlossen schon zurück zu fahren. Wir fuhren um 10:00 am Freitagmorgen am Parkplatz der Trolltunga los und erreichten Saarbrücken am Samstag um 08:00.

Wir fuhren ohne große Pausen 22 Stunden und 2000 Kilometer am Stück zurück. Da wir einige Zeit nachts unterwegs waren hatten wir keinen einzigen Stau und es lief alles perfekt. Zuhause angekommen bin ich erst einmal ins Bett gefallen. 7 Tage Dänemark, Schweden und Norwegen waren hinter uns. Es war ein voller Erfolg. Alles lief genauso wie geplant. Das Gute daran ist, es war der billigste Urlaub den ich jemals hatte. Wir wollten die vorher abgemachten 300 Euro nicht überschreiten. Dies haben wir leider nicht komplett geschafft da doch eine Nacht Hotel dazu kam und der ein oder andere Supermarktbesuch bei dem die Haribo Packung 5,80€ gekostet hat. Aber diese kleinen Sachen gönnten wir uns ohne schlechtes Gewissen und kamen am Ende auf einen Gesamtbetrag von 350€ pro Person.

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