Neue Geschäftsideen für den Umweltschutz

Neue Geschäftsideen für den Umweltschutz

Viel junge Menschen engagieren sich privat für den Umweltschutz. Nur wenige versuchen davon zu leben und sich beruflich für die Umwelt einzusetzen. Gerade die Selbstständigkeit bietet etliche Möglichkeiten im Einklang mit den eigenen Werten und Vorstellungen für die Zukunft tätig zu sein und den Kapitalismus für die gute Sache einzusetzen.

Reiseinspiration

Arbeiten im Einklang mit den eigenen Werten

Ich selbst reise für mein Leben gern. Dabei spielt es keine Rolle ob ich zu Fuß, im Bus oder mit dem Auto die aufregenden Landschaften erkunde. Ich genieße es im aus dem Stadtleben heraus zu brechen und der Natur wieder etwas näher zu kommen. Bei jeder Reise stellte sich aber immer die Frage nach den Kosmetikartikeln. Kaufe ich 100ml große Flaschen um es im Handgepäck mitnehmen zu können oder decke ich mit Vorort mit Shampoo und Duschgel ein? Trage ich einen Liter Seife während einer 3-wöchigen Wandertour oder habe ich ein immer nasses verschmieren Seifenstück dabei? Als ich nach vielen Unterhaltungen mit meinen herausfand, dass diese die gleichen Erfahrungen teilen, war für mich klar, dass eine Lösung gefunden werden muss.

In den letzten Jahren ist mir klar geworden, wie wichtig es für mich ist im Einklang mit den eigenen Überzeugungen zu arbeiten. Ich bin kein Investor, der mit aller Krafft versucht mit einer Geschäftsidee den meisten Profit zu fordern. Ich habe ein Unternehmen gegründet, da ich bei Reisen selbst ständig mit dem Problem konfrontiert war und gerne einen positiven Beitrag zum Umweltschutz leisen wollte.

Wer schon einmal umgeben von Plastiktüten schwimmen war, wer am Strand die Unmengen an angeschwemmten Müll gesehen hat oder wer überall in der Natur Plastik, Zigarettenstummel und Dosen findet, der weiß, dass wir unser Verhalten massiv umstellen müssen. Denn es gibt niemanden der hinter uns aufräumt. Die sorglos in den Wald geschmissene Plastikflasche wird dort immer liegen. Sie wird über die Jahre und Jahrzehnte vielleicht in kleine Teile auseinanderfallen. Die Natur mit all ihren Lebewesen wird sie dabei immer belasten.

Den Kapitalismus für die gute Sache arbeiten lassen

Nicht nur ich, wir alle haben so etwas gesehen, wir alles Wissen um die Konsequenzen und die meisten wissen sogar, was getan werden müsste. Ich habe angefangen unterwegs Müll zu sammeln, auf Wanderungen oder auf meinem Weg nach Hause. Ich glaube wir müssen, wie ja bei fast allen Themen, mehrere Wege gleichzeitig gehen. Neben politischen Entscheidungen, gesellschaftlichem Umdenken und individuellen Handeln, möchte ich auch den Kapitalismus für einen positiven ökologischen Einfluss arbeiten lassen. Wenn der Regenwald stehend mehr Wert ist als abgeholzt, wenn eine leere Dose noch einen Wert hat oder wenn das Fischernetz nach vielen Jahren immer noch Geld bringt und so nicht im Meer verkappt wird, dann rechnet sich Umweltschutz ökonomisch.

Meerkorn als mein Projekt

Für letzteres setze ich mich nun mit dem Projekt meerkorn ein. Ich habe in meinem Studium begonnen, eine Seifenmühle zu entwickeln, um die jeweiligen Vorteile von Flüssigseife und Hartseife zu kombinieren. Sofort stand für mich dabei klar, dass ich nicht verantwortlich für noch ein neues Plastikteil in der Welt sein möchte. Ich wollte über die Lebensdauer mit meinem Produkt mehr Ressourcen einsparen und recyceltes Material verwenden. Über die Zeit habe ich es geschafft, dass es sich nun dabei um alte Fischernetze handelt. Fischernetze sind ein großer Teil des im Meer befindlichen Plastiks und werden, wenn sie dort zurückbleiben als Geisternetze bezeichnet. Sie machen schätzungsweise 40% des gesamten Plastikmülls im Ocean aus und gelten als einer der schädlichsten Umweltverschmutzer.

Da sie dort immer noch das machen, für was sie einst erschaffen wurden, verenden überproportional viele Meereslebewesen an ihnen. Wir sollten also alles daransetzen, dass Geisternetze geborgen werden und keine weiteren Fischernetze ins Meer gelangen. Wie bei jedem Plastik gilt, es bleibt für immer. Der Müll zerfällt in immer kleinere Einzelteile, kann jedoch nie zersetzt werden. So kann Plastik als Microplastik in der Nahrung der Fische landen, über die Nahrung in unsere Körper und letzten Endes in unserem Grundwasser.

Closed Loop Produkte zur Selbsterhaltung des Rohstoffes

Die Fischernetze werden nach Ihrer Lebenszeit oder bei größeren Defekten idealerweise von den Fischern abgegeben oder geborgen und in einem speziellen Verfahren gereinigt. Danach können die Netze zu Granulat als Rohmaterial upgecycelt werden. Das dies möglich ist, liegt an dem für die meisten Fischernetze verwendeten Polymer. Mit dem Granulat können somit Produkte wie die Seifenmühle von meerkorn hergestellt werden.

Um den Kreislauf zu durchbrechen werden nicht mehr gebrauchte Seifenmühlen von uns wieder zurückgenommen um neue Produkte zu produzieren. Nach der Definition ist somit die Seifenmühle ein Closed-Loop-Produkt. Ein glücklicherweise stärker werdender Trend, an dem in Zukunft nichts mehr vorbeiführen wird. Denn der Wert des Rohstoffes kann somit erhalten werden.

Jeder hat die Kraft die Zukunft zu formen

Oft ist uns als Verbraucher nicht klar, wie viel Einfluss wir haben. Jede Kaufentscheidung die wir tätigen, trägt dazu bei, den Markt in eine bestimmte Richtung zu lenken. Es ist bereits sichtbar, wie meine Generation so viel gesteuert hat, dass etliche Unverpackt-Läden, nachhaltige Produkte und eine plastikreduziere Lebensweisen unsere Welt langsam so formen wie wir uns unsere Zukunft wünschen. So hoffe auch ich, mit meerkorn ein Produkt geschaffen zu haben mit dem Reisende nicht nur kurzfristig einen wertstiftenden Vorteil haben, sondern auch langfristig einen Betrag für eine saubere Zukunft leisten können.

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