Isla Holbox - unberührtes Inselparadies vor den Toren der Maya

Isla Holbox - unberührtes Inselparadies vor den Toren der Maya

Du willst dem Massentourismus rund um die Partymetropole Cancún auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán entkommen und ein nahezu verlassenes Inselparadies für dich alleine entdecken? Dann folge mir auf die Insel Holbox, wo du bei einem Spaziergang an endlos wirkenden weißen Sandstränden Flamingos beobachten kannst und Golfcarts die einzigen zugelassenen Fortbewegungsmittel sind.

Reisebericht

Da will ich auch hin!

Eintauchen in eine fremde Welt

Wenn ich mein persönliches Inselparadies beschreiben müsste, dann käme es dem, was ich auf der Isla Holbox (gesprochen: Holbosh) gesehen und erlebt habe, wohl ziemlich nahe: farbenfrohe Hängematten, die sich von Palme zu Palme hangeln, gemütliche Liegeflächen am Strand, die von Strohdächern mit herabhängenden Seidentüchern umgeben sind, Schaukeln als Sitzgelegenheiten in urigen Bars, in denen Salsa-Rhythmen gespielt werden, und einzigartige Sonnenuntergänge an verlassenen Stränden.

Um an diesen atemberaubenden Ort zu gelangen, fuhr ich von Cancún aus knapp vier Stunden in Richtung Norden, in die Kleinstadt Chiquilá. Dies ist der einzige Ort, von dem aus eine Fährverbindung zur Isla Holbox besteht. Als ich mein Ziel nach einer etwa 30-minütigen Bootsfahrt erreichte, hatte ich das Gefühl, in einer anderen Welt gestrandet zu sein.

Sogleich faszinierte mich die karibische Gelassenheit, die den besonderen Charme der Insel ausmacht: Statt Autos fuhren kleine Golfcarts auf den weißen Sandstraßen an mir vorbei, Menschen saßen gemeinsam auf den Treppenstufen ihrer bunten Häuser und große Kokosnusspalmen säumten meinen Weg hin zum türkisblauen Meer. Mit einem erfrischenden Corona in der Hand genoss ich von meiner Hängematte aus den atemberaubenden Blick auf die ruhige See.

Vor den Toren der Maya

Die Isla Holbox erhielt ihren Namen von den Maya, die die Insel einst bewohnten. In der Sprache der Maya bedeutet Holbox „Schwarzes Loch“, was sich auf das durch Mangrovenflächen verdunkelte Wasser in der Lagune Yalahoa bezieht, die die Insel vom Festland trennt und von Pelikanen sowie Flamingos bevölkert ist. Die Insel selbst besteht aus Sand und liegt an der Yucatánstraße, die das Karibische Meer mit dem Golf von Mexiko verbindet. Sie ist 42 km lang und nur 2 km breit, sodass man sich schnell einen groben Überblick über die Insel-Attraktionen verschaffen kann. Es gibt auch nur eine Ortschaft auf der Insel, ein gleichnamiges Fischerdorf, in dem die meisten der knapp 1500 Holboxeños, wie die Bewohner der Insel genannt werden, leben.

Holzhütten mit Sandboden und nette Menschen aus aller Welt

Wenn ich reise, dann übernachte ich am liebsten in einem Hostel. Das ist nicht nur preisgünstig, sondern auch die beste Möglichkeit, um Menschen aus den verschiedensten Ländern der Welt kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen. Obwohl ich schon oft in Hostels an den unterschiedlichsten Orten zu Gast war, zählt das Hostel, in dem ich auf Holbox übernachtete, zu einer meiner schönsten und außergewöhnlichsten Erfahrungen. Die meisten Hotelitos, also kleinen Hotels, wie sie auf der Insel genannt werden, zeichnen sich durch eine individuelle und liebevolle Ausstattung aus, was den Charme des Inselflairs unterstreicht. Wie die meisten Unterkünfte befand sich auch mein Hostel in unmittelbarer Nähe zum Strand. Die Anlage bestand aus mehreren kleinen Holzhütten, die sich, wie es für die Insel kennzeichnend ist, auf einem Sanduntergrund befanden. Die Böden in den Holzhütten bestanden also auch aus Sand. Anstelle von Glasscheiben hingen farbenfrohe Gardinen in den Fensteröffnungen, die bei einer leichten Brise im Wind wehten.

Ich kam in einem 6-Bett-Zimmer unter und lernte interessante Backpacker und Reisende aus Australien, den USA, Asien und natürlich auch aus Mexiko kennen. Sobald die Nacht anbrach, saßen wir gemeinsam draußen, lagen in den Hängematten im Garten und philosophierten über das Leben oder lauschten einfach nur den Klängen eines Gitarrenspielers. Die Isla Holbox ist durch ihre relaxte und entspannte Atmosphäre einzigartig und so kommt es häufig vor, dass aus ursprünglich zwei geplanten Nächten ganze zwei Wochen auf der Insel werden. Und ja, auch ich ertappte mich dabei, länger das karibische Flair zu genießen, als ich eigentlich vorhatte.

Walhaie und Flamingos in der freien Natur

Nach meiner zweiten Nacht auf der Insel war ich morgens viel zu nervös, um zu frühstücken, denn es zog mich gleich zu einer der Hauptattraktionen der Insel: Während der Sommermonate von Mai bis September kann man vor der Küste der Isla Holbox Walhaie beobachten. In diesem Zeitraum finden sich die majestätischen Tiere in dem Gebiet rund um die Yucatán-Halbinsel in Mexiko in den planktonreichen Gewässern ein. Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, an denen man dieses phänomenale Schauspiel hautnah miterleben kann. Walhaie sind mit einer durchschnittlichen Größe von 10 bis 12 Metern die größten Fische der Welt. Sie können bis zu 100 Jahre alt werden und ernähren sich hauptsächlich von Krebslarven, Sardinen und kleinen Thunfischen. Die Insel Holbox bietet für die Beobachtung von Walhaien einen Vor- und einen Nachteil: Während hier zwar generell weniger Boote auf das Meer hinausfahren, als es in den großen Tourismuszentren der Yucatán-Halbinsel der Fall ist, hat man beim Schnorcheln manchmal mit erschwerten Sichtungsbedingungen zu kämpfen, denn das hohe Planktonvorkommen in diesem Bereich färbt das Wasser häufig leicht rötlich.

In einem mit rund 10 Personen besetzten Motorboot ging es für mich aufs Meer hinaus. Gleich nachdem wir die ersten Walhaie aufgespürt hatten, konnten immer zwei Personen nacheinander mit dem Guide ins Wasser steigen. Dabei trugen wir Schwimmwesten, die uns beim Schnorcheln in der Nähe der Tiere an der Wasseroberfläche hielten. Als ich an der Reihe war, wurde mir doch etwas mulmig zumute, bevor ich ins Wasser springen sollte. Es ist unfassbar, wie gigantisch groß die Fische tatsächlich sind. Es wirkt fast so, als tue sich plötzlich ein riesiges schwarzes Loch in dem hellblauen Wasser auf, das dann plötzlich anfängt, sich zu bewegen. Alle diejenigen, die von der Schönheit der Unterwassertierwelt fasziniert sind, sollten dieses unvergessliche Erlebnis auf keinen Fall missen, wenn sich ihnen die Chance dazu bietet. Übrigens, auch die Bootsfahrt an sich ist schon eine Erfahrung wert, denn auf meinem Weg zu den Walhaien hatte ich die Möglichkeit, Delfine und Meeresschildkröten auf dem offenen Meer zu beobachten.

Ein weiteres Highlight der Insel ist und bleibt aber immer noch der schier endlos wirkende weiße Sandstrand. Im Norden der Insel befindet sich ein 34 Kilometer langer Strandabschnitt, auf dem ich mehrere Male spazieren ging und stets eine neue faszinierende Entdeckung machte. Entlang des Weges begegnete ich vielen Gemeinen Schwarzleguanen, eine Echsenart, die im südlichen Mexiko besonders häufig vorkommt. Die Tiere sehen nicht nur niedlich aus, sondern sind auch ziemlich zutraulich. Und das, obwohl der Strand nahezu menschenleer ist. Wer Ruhe und Erholung sucht, ist hier genau richtig.

Ich erinnere mich immer wieder gerne daran zurück, als ich bei einem meiner Spaziergänge eine Gruppe von Flamingos im Meer sichtete. Das war das erste Mal, dass ich Flamingos in der freien Natur sah – ein unbeschreibliches Gefühl.

Golfcarts und gemütliche Strandbars

Besonders großen Spaß bereitete es mir aber auch, mit meinem angemieteten Golfcart über die Insel zu düsen. Obwohl ich auch viele Strecken zu Fuß zurücklegte, vor allem entlang des Strandes, war es doch mal eine spezielle Erfahrung, mit dem kleinen Gefährt ins Zentrum der Insel zu fahren. Wenn ich von „Zentrum“ spreche, dann meine ich eigentlich einen kleinen Marktplatz, der von ein paar Restaurants, Klamotten- und Souvenirläden umgeben ist. Bei Einbruch der Dämmerung werden auf dem Platz diverse Stände aufgebaut, die mexikanisches Essen und Getränke anbieten. Hier kommen Einheimische und Touristen zusammen. Es herrscht eine familiäre, gelassene Atmosphäre, die zum Verweilen und dem einen oder anderen Plausch einlädt.

Ein wirkliches Nachtleben gibt es auf Holbox nicht. Doch genau das macht die Insel zu dem kleinen, idyllischen Fleckchen Erde, das sie ist. Man trifft sich eher in kleinen gemütlichen Strandbars auf einen Cocktail oder in den kleinen Restaurants und Bars rund um den Marktplatz.

Bleibt zu hoffen, dass Isla Holbox auch in Zukunft ein beschauliches Inselparadies und Geheimtipp für Reisende bleibt.

Tipps für deinen unvergesslichen Holbox-Aufenthalt

Unterkunft

Dem Charme der Isla Holbox entsprechend, gibt es auf der Insel keine großen Hotel-Betonburgen. Die kleinen liebevoll eingerichteten „Hotelitos“ sind dennoch in diversen Preis- und Sternekategorien vorzufinden. Die Mehrheit der Unterkünfte befindet sich in direkter Nähe zum Strand oder zum Zentrum der Insel. Persönlich kann ich das „Hostel & Cabanas Ida y Vuelta Camping“ empfehlen, das mich mit seiner zentralen Lage, einem großen Garten mit Kokosnusspalmen und Hängematten, gemütlichen Holzhütten mit Sandboden sowie einem internationalen Publikum begeistert hat.

Verkehrsmittel

Außer Golfcarts und Mofas sind keine weiteren Verkehrsmittel auf der Insel zugelassen. Beide Fahrzeuge kann man genau wie Fahrräder in mehreren kleinen Läden mieten. Außerdem gibt es ein Inseltaxi: ein Golfcart mit Fahrer, der dich an jeden deiner Wunschort fährt.

Essen und Trinken

Auf Holbox gibt es viele Restaurants diverser Preisklassen. Die meisten befinden sich im Stadtzentrum und bieten mexikanische Spezialitäten sowie einheimische Fischgerichte an. Schließlich leben die Einwohner neben dem Tourismus auch vom Fischfang. Fast Food oder kommerzielle Restaurantketten gibt es hier nicht, was das Erleben des beschaulichen Inselgefühls auf positive Weise verstärkt.

Souvenirs

Rund um den Marktplatz in der Stadtmitte gibt es zahlreiche kleine Souvenirläden, die unter anderem handgemachte Schnitzereien, Dekorationsartikel, traditionelle Taschen und Kleidung vertreiben.

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