Granada - Die Perle Andalusiens, die mein Herz im Sturm eroberte (Teil 2)

Granada - Die Perle Andalusiens, die mein Herz im Sturm eroberte (Teil 2)

Granada, die wunderschöne Stadt in Andalusien, die mit Worten kaum zu beschreiben ist. Granada ist reich an Kultur und Architektur und ihre Stadtviertel sind so vielseitig wie Spanien selbst. Die Alhambra thront allmächtig über der Stadt und ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Europas. Oh du wunderschönes Granada, was hast du noch zu bieten?

Reisebericht

Granadas herrliche Aussichtspunkte: Warum es sich lohnt, eine Stunde bergauf zu wandern

Liebt man es, Städte von oben zu betrachten, wird man in Granada über die Maßen auf seine Kosten kommen. Es gibt so einige Aussichtspunkte in Granada, sogenannte “Miradores”. Einfach auf der Stadtkarte nach “Mirador de XY” Ausschau halten. Die beeindruckendsten Plattformen befinden sich in Albaicín und Sacromonte.

Zu den beliebtesten Aussichtspunkten zählt auf jeden Fall der Mirador de San Nicolás . Von hier aus hat man nämlich einen der besten Blicke auf die direkt gegenüberliegende Alhambra - mit der atemberaubenden Kulisse der Sierra Nevada im Hintergrund. Die Sicht auf die Alhambra vom San Nicolás ist das perfekte Postkartenmotiv. Daher kann es hier recht voll werden, vor allem zum Sonnenuntergang. Denn wenn sich die Mauern der Alhambra durch die untergehende Sonne rötlich färben, vergeht die Zeit ganz langsam und man kann in Ruhe dem spektakulären Schauspiel beiwohnen. Wenn man einen guten Platz ergattert hat. Aber auch sonst lohnt sich ein Abstecher zur Plattform des San Nicolás, denn abends verwandelt sie sich zum Treffpunkt für junge Leute, Musiker und Künstler. Übrigens befindet sich direkt neben dem Platz der Aussichtsplattform ein kleiner Park mit kleinen süßen Springbrunnen und Pflanzen, von dem man ebenfalls eine atemberaubend schöne Aussicht hat.

Doch mein persönliches Highlight (im wahrsten Sinne des Wortes) ist der Mirador de San Miguel Alto . Diese Aussichtsplattform ist die höchste der ganzen Stadt und kostete mich eine Stunde bergauf wandern, bei 30 Grad und praller Sonne und es ging neben ordentlich hoch auch ordentlich um viele Ecken und Kurven. Dazu sei aber gesagt, dass schnellere und geübtere Wanderer ungefähr die Hälfte der Zeit benötigen, als ich. Um zum San Miguel Alto zu gelangen, kann man entweder durch Albaicín oder durch Sacromonte laufen. Doch welchen Weg man auch wählt, allein der Aufstieg eröffnet einem atemberaubende Panorama-Aussichten. Die letzten paar hundert Meter des Weges bestehen aus Treppenstufen, auf denen sich schon Zahlreiche verewigt haben. Übrigens kann man den Weg zum San Miguel Alto auch mit dem Bus N9 zurücklegen, wenn man partout nicht laufen möchte. Doch der Aufstieg mit all seinen Mühen lohnt sich zu hundert Prozent: man wird mit der besten Aussicht auf die gesamte Stadt und auf die Alhambra belohnt. Während die Alhambra am San Nicolás ungefähr auf Augenhöhe liegt, befindet sich der San Miguel Alto noch ein ganzes Stück höher. Eine wahrlich herausragende Aussicht auf Granada.

Was man noch in Granada machen sollte

Granada eroberte mein Herz nicht nur im Sturm wegen seiner eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten. Die Menschen, ihre Herzlichkeit, ihre Gelassenheit, das Essen und natürlich das warme Klima trugen ebenfalls zum Großteil dazu bei. Genauso wie zwei weitere Dinge.

Souvenirs shoppen in Granada macht einfach unheimlich viel Spaß, weil sie einfach so wunderschön sind. Schnöde Souvenirshops mit mäßig schönen Postkarten, kitschigen Schlüsselanhängern und gelangweilten Verkäufern, wie man sie aus anderen Städten kennt, sind sehr selten in Granada. Vielmehr hat man Bazar-ähnliche kleine Geschäfte, mit wunderschöner Handwerkskunst bis zur Ladendecke. Von Kleidung, Teppichen, Wandtüchern, Halstüchern über Schmuck, Lederwaren, Lampen bis hin zu Holztruhen, Azulejos und Dschinni Lampen findet man alles, was das Herz begehrt. Und alles sieht so wunderschön aus! Selbst Magnete für den Kühlschrank sich echte kleine Kunstwerke. Übrigens sind viele Gegenstände, wie zum Beispiel dekorative Holzschatullen oder Keramikgeschirr, handgemacht aus Materialien aus der Alhambra. Und keine Sorge, besonders nach solchen Geschäften suchen muss man nicht, denn sie befinden sich überall, ob vor den Toren der Alhambra, in der Altstadt oder in Albaicín. Anfangen kann man aber mit der entzückenden Gasse in der Nähe des Nueva Plaza, die unverfehlbar mit “ Mercado de Artesanía ” (Markt der Handwerkskunst) übertitelt ist.

Hat man sich im Vorfeld keinen ausgefuchsten individuellen Erkundungsplan gemacht, sollte man an einer Free Walking Tour teilnehmen. Das Prinzip eines solchen kostenlosen geführten Stadtrundgangs kennt man ja aus vielen anderen europäischen Städten. Und das Prinzip bewährt sich, denn so irrt man nicht planlos durch die Gegend, lernt nebenbei noch Leute kennen und erhält interessante Einblicke in die Stadt von einem Local. Und so war es auch in Granada. Die Guides von “Follow Me Granada” haben ihre zweistündige Tour so liebevoll gestaltet, dass es in keinem Moment langweilig war. Im Gegenteil, es wurden viele Anekdoten, Legenden und Geschichten erzählt, Restaurant-Tipps verteilt, wunderschöne unbekannte Ecken gezeigt und selbst historische Hintergründe zu Bauwerken spannend und nachvollziehbar erzählt. Danach hat man auf jeden Fall das Gefühl, die Stadt noch besser kennengelernt zu haben. Doch wie der Tourguide sagte, “man muss sich in Granada verlaufen, um es richtig zu erleben”.

Exkurs: Warum heißt Granada eigentlich Granada?

Es gibt viele Geschichten und Legenden um die Herkunft des Namens der Stadt. Eine Theorie lautet, dass ihr Name schlichtweg vom Granatapfel kommt. Granatapfel im spanischen bedeutet nämlich “granada”. Im Ort Granada lebten einst bekanntlich Christen, Juden und Muslime in Frieden zusammen. Der Granatapfel hat eine symbolische Bedeutung in all diesen Religionen und findet Erwähnung sowohl in der Bibel, als auch im Koran. Im Judentum gibt es genauso viele Gebote, wie es Kerne im Granatapfel gibt, nämlich 613. Es heißt übrigens, dass in jedem Granatapfel, ob man ihn vom Baum pflückt oder im Supermarkt kauft, exakt immer 613 Kerne drin sind (wer wohl je die Kerne eines Granatapfels gezählt hat?). Wenn man mit offenen Augen durch die Stadt läuft, wird man an einigen Stellen das Symbol des Granatapfels sehen: an Geländern, auf dem Boden, an Kirchen oder auf Wappen. Und pflücken kann man echte Granatäpfel übrigens wirklich in Granada.

Ein paar letzte Tipps und Hinweise für eine Reise nach Granada

  • Aus Deutschland fliegt lediglich Easyjet per Direktflug nach Granada ab Berlin. Alternativ erreicht man Granada mit dem Bus aus Málaga. Dies dauert gerade einmal 1,5 Stunden und kostet um die 20 Euro. Und man kann das Ganze gleich mit einem Málaga Urlaub verbinden, denn in Málaga wartet der Strand und das Meer!

  • Unterkünfte sowie Essen und Trinken sind in Granada im Vergleich zu anderen spanischen Städten recht günstig. Ein sehr gutes, sauberes und zentral gelegenes Hostel gibt es bereits für 14 Euro pro Nacht. Ich habe im “Oh! My Hostel” übernachtet. Übrigens bekommt man in Granada eine ordentliche Portion Tapas zu seinem Bier oder Wein dazu. So zahlt man für ein 0,3 Liter Bier und beispielsweise Tapas mit Ei, Rindfleisch und Tomaten gerade einmal 2 Euro oder für ein Glas guten Rotwein und einem Mini-Burger mit Pommes und einer Portion Oliven gerade einmal 3 Euro.

  • Granada ist und bleibt eine touristisch sehr beliebte Stadt, daher kann es zur Hauptsaison auch mal sehr voll in der Stadt werden. Das Wetter ist natürlich fast das ganze Jahr über herrlich, im Sommer kann es aber auch ordentlich heiß werden. Die beste Reisezeit für einen Granada Urlaub wären daher die Monate April und Mai sowie September und Oktober.

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