Galapagos, ein Reiseziel auch für kleinere Budgets!

Galapagos, ein Reiseziel auch für kleinere Budgets!

Von den Inseln rund um das Archipel von Galapagos haben die meisten Menschen schon gehört. Die meisten von ihnen denken dabei wahrscheinlich an seltene Tiere und hohe Kosten. Dass aber die abgelegenen Inseln im Pazifik auch für Budgetreisende ein lohnendes und vor allem erschwingliches Reiseziel sein können, haben sicher die wenigsten gewusst.

Reisebericht

Der Name des Inselarchipels zu dem 13 größere Inseln und unzählige kleinere gehören ist nahezu jedem ein Begriff. In weit geringerem Maße ist bekannt, was dieses Archipel überhaupt erst so geläufig gemacht hat. Niemand geringerer als Charles Darwin selbst. Dieser hat auf seinen Forschungsreisen nämlich auch hier Halt gemacht. Seine auf dem Archipel gemachten Beobachtungen hatten maßgeblichen Anteil für seine später postulierte und heute selbstverständliche Evolutionstheorie.

Ein wertvolles Naturparadies vor der Westküste Südamerikas

Die Galapagosinseln, welche zu Ecuador gehören und rund 1000 Kilometer vor seiner Küste liegen, warten mit einer Vielzahl von zoologischen wie botanischen Attraktionen auf. Pflanzen und Tiere die es nur hier gibt, in Kombination mit günstigen, nämlich nahrungsreichen, Meeresströmungen und dem vulkanischen Ursprung der Inseln haben im Laufe der Zeit für den Artenreichtum und die Einmaligkeit gesorgt wie wir sie heute vorfinden können. Nicht nur auf Biologen und biologisch Interessierte üben die Inseln eine faszinierende Anziehungskraft aus. Mittlerweile besuchen jährlich über 200.000 Menschen aller Regionen und Länder das Archipel. Tendenz steigend. Diese enorme Zahl an Besuchern stellt eine große Herausforderung für den Schutz der Inseln und den Erhalt seiner Einmaligkeit dar. Gleichzeitig eröffnet der Tourismus aber auch neue Möglichkeiten zum Schutz des Archipels, denn er ist inzwischen zur größten Einnahmequelle der Galapagosinseln geworden und trägt somit auch maßgeblich zum Fortbestand des Systems bei. Dass es sich hier also um einen schmalen Grat zwischen Schutz und Gefahr der Inseln durch den wachsenden Tourismus handelt steht außer Frage. Umso mehr muss das Bewusstsein auf einen verantwortungsvollen und respektvollen Besuch und Umgang mit dem Naturparadies Galapagos gelenkt werden.

Ein Reiseziel für nahezu Jedermann.

Lange Zeit und teilweise bis heute war und ist die Annahme weit verbreitet, dass wenn man dieses biologisch und evolutionsgeschichtlich höchst interessante Inselarchipel besuchen möchte, tief in die Tasche greifen muss. Falsch! Heute, in Zeiten von Couchsurfing und ähnlichen Services ist es möglich die Galapagosinseln auch weniger kostenintensiv zu bereisen. Wie Reisende, die auf Luxus verzichten können und mit dem Motto „Weniger ist mehr“ etwas anfangen können, ebenfalls zu Galapagosbesuchern werden können - auch ganz ohne dickes Konto - soll hier aufgezeigt werden. Das größte Sparpotenzial lässt sich in sechs Kategorien einteilen.

1. Anreise

Zunächst einmal gilt es nach Ecuador zu reisen. Von der Hauptstadt Quito - der höchstgelegenen der Welt - und der weiter im Westen gelegenen Stadt Guayaquil starten die Flugzeuge auf die Inseln. Aktuell verlassen dreimal täglich Maschinen das Festland in Richtung Galapagos und wieder zurück. Je nachdem von wo man wegfliegt, zu welcher Jahreszeit man das Naturwunder besucht und wie lange im Vorhinein man seine Flüge bucht ist dies die erste Möglichkeit bei einem Besuch des Naturwunders Geld zu sparen. Bereits um 130 Dollar ist es möglich eine Hin-und Rückflug-Kombination zu finden. Nach der Landung ist dann die obligatorische Nationalparkgebühr von 100 Dollar, um die niemand herumkommt, zu bezahlen. Diese leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz und dem Erhalt der Inseln. Angesichts der Einmaligkeit und vor allem im Vergleich zu Gebühren und Eintrittspreisen anderer Nationalparks scheint dieser Gebühr fair und gerechtfertigt, auch für die meisten Low-Budgetreisenden.

Vom Flughafen wird man via Bus zu einem Meereskanal gebracht wo ein Boot für die Übersetzung der Reisenden wartet und diese zu den wartenden Bussen auf der gegenüberliegenden Kanalseite bringt. Jedes dieser Transportmittel kostet 2-3 Dollar und stellt somit die günstigste Möglichkeit dar in die Stadt zu kommen. Wenn man eines der wartenden Taxis nimmt geht es schneller aber auch teurer. Hier gilt es dann sich mit anderen Reisenden zusammenzusprechen, sich ein Taxi und somit auch die Kosten zu teilen.

2. Die Wahl der Unterkunft

Ein weitere Punkt der wohlüberlegt sein sollte, betrifft die Art der Unterkunft die man für seinen Aufenthalt wählt. Wohlüberlegt muss hier aber keinesfalls frühzeitig organisiert heißen. Häufig findet man spontan und vor Ort günstigere Übernachtungsmöglichkeiten als bei der Onlinerecherche von zu Hause. Neben Hostels und Hotels aller Preisklassen sei vor allem die wachsende Möglichkeit eine Unterkunft via Couchsurfing zu finden erwähnt. So kann man nicht nur Geld sparen und interessante Bekanntschaften machen sondern sich auch gleich Tipps für die weiteren Tage von seinem Gastgeber holen. Ebenfalls möglich, wenngleich nicht allzu verbreitet, ist es beispielsweise jemanden zu fragen ob man sein Zelt in seinem Garten aufstellen darf. Kreativität ist gefragt, wobei man sich stets an die Nationalparkregeln halten sollte.

Wildcampen, wie man es aus anderen Regionen Ecuadors und Südamerikas kennt, stellt für den rücksichtvollen und verantwortungsbewussten Besucher auf Galapagos keine Option dar und ist auf dem gesamten Inselarchipel zum Schutz des empfindlichen Ökosystems verboten.

3. Attraktionen

Ist man einmal angekommen gibt es eine Vielzahl von Dingen die man tun kann, ohne dafür Geld in die Hand nehmen zu müssen. Die Möglichkeiten reichen von Spaziergängen und Wanderungen entlang der Küsten und Klippen oder ins Hinterland über Besuche von eingestürzten Lavatunneln bis hin zu natürlichen Meerwasserbecken zwischen steilen Felswänden. Hierbei kann man die einzigartige Fauna und Flore der Inseln unmittelbar erleben. Regelmäßig stößt man auf Leguane, Robben, Pelikane oder auch die berühmten Blaufußtölpel. Mit wenig Geld ist es auch noch möglich die Forschungs- und Aufzuchtstationen der weltberühmten und größten Riesenschildkröten oder aber die entsprechenden Informationseinrichtungen zu besuchen.

4. Reisen vor Ort

Irgendwann stellt sich dann die Frage, wie und ob man die anderen Inseln besuchen soll und kann und wie man dies am besten und am kostengünstigsten bewerkstelligt. Die drei üblichen Möglichkeiten sind: 1. Via Kleinflugzeug. Dies ist zwar die schnellste Möglichkeit, mit ca. 150 Dollar aber sicher nicht die Günstigste und schon gar nicht die Option der Wahl für Budgettraveller. Hier kommt Variante 2 ins Spiel: Via Speedboot: 2 Stunden auf hoher See und mit der Unterstützung von Tabletten gegen Seekrankheit, welche es übrigens überall auf den Inseln zu kaufen gibt, und mit Kosten von 30 Dollar ist dies die präferierte Variante um günstig auch auf andere Inseln des Archipels zu gelangen. Tabletten gegen Seekrankheit und andere Medikamente wie beispielsweise Ohrentropfen für schnorchel- und tauchgeplagte Ohren findet man übrigens in den zahlreichen Apotheken vor Ort. Die 3. Möglichkeit mehr als nur eine Insel zu sehen ist einer der zahllosen Cruises. Das sind Bootstouren in unterschiedlichsten Varianten. Von Eintages- bis Zehntagestrips, von economico bis supreme und von 500 – 5.000 Dollar. Das Angebot ist nahezu unüber- und undurchschaubar und man sollte sich sehr gründlich erkundigen wo, wie und bei wem man einen Cruise bucht. Vor allem Personen die gerade von einem Cruise zurückkommen oder die kürzlich einen gemacht haben stellen hier eine wertvolle Informationsquelle dar. Auch Rezensionen im Internet können hilfreich sein, wenngleich selbige auch in ähnlich häufigem Maße unecht sein können. Da Cruises aber für den Budgetreisenden wohl eher nicht in Frage kommen möchte ich es hiermit auch belassen.

5. Erkunden der Unterwasserwelt

Ähnlich große Angebote wie bei den Cruises gibt es beim Buchen von Tauchgängen. Und auch ebenso sorgfältig sollte man sich informieren, wohin und bei wem man seine Tauchgänge bucht. Mit Durchschnittlich 150 Dollar für einen Tauchgang stellt dieses Abenteuer eher auch keine Option für einen Budgetreisenden dar. Falls doch, sollte man nicht darauf verzichten, die Preise zu verhandeln, Angebote zu vergleichen und Kostenreduktionen beim Buchen von mehreren Tauchgängen zu erfragen.

Um die Unterwasserwelt Galapagos und deren Meereslebewesen hautnah zu erleben ist es allerdings gar nicht zwingend notwendig sich einem Tauchgang anzuschließen. Schnorcheln, auch ganz ohne Cruise und Boot, ist die Devise. Dabei kann man auf Tuchfühlung mit den neugierigen Robben gehen, Meeresschildkröten beim schwerelosen Gleiten durch die Buchten begleiten, die einmaligen Leguane bei ihren Sprüngen ins kühle Nass beobachten und sogar Haie und Teufelsrochen kann man regelmäßig bei Schnorchelgängen entdecken.

6. Die Verpflegung

Kommen wir noch auf einen letzten Punkt zu sprechen, der sich beim Besuch der Galapagosinseln auf das Portemonnaie auswirken kann: Die Verpflegung. Es gibt unzählige Restaurants und Bars in welchen man gut essen und trinken kann. Wenn man sich ein wenig umschaut, geht dies auch im Verhältnis relativ günstig. Was heißt das jetzt? Das heißt, dass auf den Inseln alles etwas teurer ist als auf dem Ecuadorianischen Festland, im Restaurant wie im Supermarkt. Doch lassen sich auch hier wieder Möglichkeiten finden etwas Geld zu sparen. Begibt man sich beispielsweise ein wenig von der touristengeplagten Promenade ins städtische Hinterland findet man Märkte, in welchen auch die Einheimischen einkaufen und die Preise weit unter dem der Supermärkte liegen. Auch kleine Lokale welche günstige „Almuerzos“, Mittagsmenüs, anbieten findet man hier. Zu guter Letzt bleibt einem auch noch die Möglichkeit sich selbst zu versorgen und manche Lebensmittel bereits auf dem Festland einzukaufen und mitzunehmen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten, denn das Mitnehmen von vielen Lebensmitteln ist aufgrund der Gefahr der Einschleppung von Krankheiten nicht erlaubt. Mit verschweißten Nudeln, Sugo oder Pesto, Essen aus Dosen und Ähnlichem hatten wir allerdings keine Probleme. Hier gilt es sich im Vorfeld nochmals genauer zu informieren welche Lebensmittel auf die Inseln mitgenommen werden dürfen und was man erst auf dem Archipel kaufen sollte.

Wie man sehen kann, gibt es auf Galapagos unglaublich viel zu erleben, und es muss nicht viel kosten! Je nachdem was einem wie viel wert ist kann jeder sein individuelles Programm selber zusammenstellen. Dabei kann man aber sehr viel und einen Großteil dessen was das Archipel bietet auch völlig ohne Kosten realisieren.

Einige unserer Kooperationspartner

  • made with ♥
  • Mehringdamm 42, 10961 Berlin