Eine Weltreise ins Glück – Teil 4: Whale Watching in Kaikoura – Wie geht es nach dem Erdbeben weiter?

Im Herbst 2016 erschüttert ein gewaltiges Erdbeben die Ostküste der neuseeländischen Südinsel. Besonders schwer trifft es den kleinen Küstenort Kaikoura, 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Das Mekka für Walbeobachtungen, wird über Nacht von der Außenwelt abgeschnitten. Kein Mensch kommt mehr raus, keine Versorgung mehr hinein. Die Einwohner und Gäste kommen unbeschadet davon, doch der um 2 Meter angehobene Festlandsockel, verhindert das Aussetzen der Boote. Ist das das Ende des Tourismus?

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Wir packen früh die Sachen und schlängeln in unserem Camper Van entlang der Küstenstraße nach Kaikoura. Schwere Wolken hängen an den Mauern der Steilküste. Monströse Felsbrocken haben die Straße unter ihrer Last gesprengt, meterlange Risse durchziehen den Asphalt und spalten sich in der Felswand. Es kommt einem Wunder gleich, dass diese Straßen befahrbar sind.


Im Herzen des Ortes zeugen gebrochene Bordsteine, nackte Dächer und aufgeplatzte Straßen von der Kraft des Bebens. Wie an vielen anderen Orte in Neuseeland, leben die Menschen in Kaikoura vom Tourismus und insbesondere vom Geschenk urzeitlicher Pottwale, direkt vor ihrer Haustür. Doch genau diesen Zweig hat es am heftigsten erwischt. Der Festlandsockel der Halbinsel wurde um ganze 2 Meter angehoben. Seitdem ist für Besucher die tidenabhängige Wanderung entlang der Steilküste zu jeder Zeit möglich. Die Flut schafft es nicht mehr an die Felsen zu schlagen.

Die tonnenschweren Katamarane für die Walbeobachtungen werden von nun an mit Trailern und Kränen zu Wasser gelassen. Zuvor war es möglich, 12 Ausfahrten am Tag zu stemmen – 4 sind jetzt das Maximum. Tierschützer in aller Welt wird es freuen, doch wer die Liebe der Einwohner zu den Giganten der Meere einmal erlebt, wird schnell verstehen, dass das Geld nicht in ihren eigenen Taschen fehlt, sondern im Meeresschutzprogramm selbst.


Vor Stunden peitschte kalter Regen in unsere Gesichter, doch mit einem Mal öffnet sich der graue Himmel und zum Vorschein kommen schneebedeckte Berge am Horizont. Es dauert nicht mal eine Stunde und im Bauch des Katamarans rumort es gewaltig. Die Türen an Steuerbord und Backbord fliegen auf und zu allen Seiten strömen die Gäste der Waltour an Oberdeck. Pottwale bleiben fast auf die Sekunde genau, 50 Minuten unter Wasser. Sie schlagen sich die Bäuche mit Plankton voll und schweben wenig später um Luft zu hohlen, an der Oberfläche. Einen Pottwal pro Tour dabei zu beobachten, wie er seinen massigen Körper zurück ins Meer schiebt und die gezahnte Schwanzflosse gen Himmel streckt, ist wundervoll – doch heute sind uns sogar 2 vergönnt. Die feuchten Augen kommen nicht vom eisigen Wind. Es ist ein tiefgreifendes Erlebnis, welches uns zudem Gänsehaut auf dem Körper verschafft. Den größten Tieren der Erde so nah zu sein, birgt wahre Magie.

Heute, eineinhalb Jahre später, haben es die Neuseeländer geschafft einen Normalzustand wieder herzustellen. Sie ließen ein neues Hafenbecken für die Boote ausheben und planten die Touren neu. Ich gebe zu, am Anfang skeptisch gewesen zu sein, ob die Tiere es vertragen, ständig Boote um sich kreisen zu haben. Doch ich gönne jedem Menschen dieser Welt die Erfahrung, ihnen so nahe zu kommen. Es lehrt uns Demut vor der Natur und schafft ein Bewusstsein, welches die Tiere und die Meere schützen wird.

Auf ihrer 11 monatigen Weltreise reisen Rob und Charleen einmal um die Welt. Ein one way Ticket bringt sie an das Ende der Welt. Von Fidschi fliegen sie über Neuseeland, Australien, Indonesien, Kambodscha, Vietnam, Sri Lanka, Malaysia nach Japan, in die USA und Kanada. In ihrem Buch - Eine Weltreise ins Glück – In 316 Tagen um die Welt (inkl. 5 Tipps zu jedem Land) –, berichten sie von einer unvergesslichen Reise und motivieren andere Abenteurer es ihnen gleich zu tun.

Weitere Infos auf: robschiller.de

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