Eine Weltreise ins Glück Teil 3: Das Nyepi Fest auf Bali – warum am Morgen niemand auf die Straße darf

Kein Kinderschreien ist zu hören, kein knatterndes Moped, keine laute Musik. Allein der wärmende Wind wispert durch die satten Blätter der Bäume. Mal bricht das Zwitschern der Vögel durch die eiserne Stille, mal ein kläffender Hund. Verschlafen sitze ich vor unserem Bungalow und starre an die bröckelnde Fassade. Ein fingerlanger Gecko nähert sich hungrig einer kleinen, dicken Fliege, die ich seit wenigen Minuten beobachte. Mehr wird heute nicht passieren.

Tagebuch

Es ist der Morgen nach dem höchsten, hinduistischen Feiertag auf Bali – das Nyepi Fest. Das balinesische Neujahrsfest ist der „Tag der Stille“, des Fastens und der Meditation.

Zwängten sich am Abend zuvor tausende wild tanzende Balinesen durch die Straßen, darf am Tag nach der Zeremonie niemand das Haus verlassen. In der Nacht vertrieben die Einheimischen alle Dämonen der Insel, indem sie turmhohe Abbilder der ungebetenen Gäste mit krächzendem Lärm durch die Straßen jagten. In der Nacht, wenn die Dämonenstatuen namens Ogoh Ogoh verbrannt werden, wird das Gleichgewicht zwischen Natur, Menschen und Göttern wieder hergestellt.

Das Nyepi Fest findet am dritten Neumond des westlichen Kalenders statt, wenn die Sonne direkt über dem Äquator steht. Am „Tag der Stille“ kehren die unheimlichen Dämonen zurück auf die Insel. Damit sie weiterziehen und glauben niemand sei mehr da, sind alle Balinesen dazu aufgefordert kein Licht und keinen Krach zu machen.

Wer es dennoch wagt, den strengen Regeln nicht zu folgen, wird hart durch die Tempelwächter bestraft. In ihren schwarz weiß karierten Sarong durchstreifen sie zu Fuß bis tief in die Nacht sämtliche Straßen. Alle Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Selbst der Flughafen stellt seinen Betrieb ein.


Auch für uns gibt es keine Ausnahme. Wir genießen den Tag, denn er zwingt uns selbst Ruhe zu finden. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen vier aufregende Monate auf Fidschi, Neuseeland und Australien hinter uns. Die Tage der Rückbesinnung sind selten und kommen wie gerufen. Glücklicherweise verbringen wir die Tage um das Nyepi Fest in einem Guesthouse. Die Familie bei der wir wohnen, zelebriert das Fest, auf die typisch balinesische Art. Wortkarg schenken sie uns ihr herzlichstes Lächeln und sind dankbar für das Verständnis.


Leider gibt es immer mehr Reiseunternehmen, die das heiligste aller Fest als Event nutzen. Das Erlebnispaket Nyepi beinhaltet die Zeremonie und garantierten Betrieb innerhalb der Hotelanlage am "Tag der Stille". Damit kehren die Dämonen auf die Insel zurück und belagern sie für ein weiteres Jahr. Bereits Monate zuvor beginnen die Balinesen mit den Vorbereitungen. Sie schmücken ihre Häuser, nähen Gewänder und errichten die Statuen. Das zu respektieren, gilt als das höchste Gut für Besucher.

Auf ihrer 11 monatigen Weltreise reisen Rob und Charleen einmal um die Welt. Ein one way Ticket bringt sie an das Ende der Welt. Von Fidschi fliegen sie über Neuseeland, Australien, Indonesien, Kambodscha, Vietnam, Sri Lanka, Malaysia nach Japan, in die USA und Kanada. In ihrem Buch - Eine Weltreise ins Glück – In 316 Tagen um die Welt (inkl. 5 Tipps zu jedem Land) –, berichten sie von einer unvergesslichen Reise und motivieren andere Abenteurer es ihnen gleich zu tun.

Weitere Infos auf: robschiller.de

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