Eine Weltreise ins Glück – Teil 1: Mit dem Nachtzug durch Vietnam

Über viele hundert Kilometer erstreckt sich die längste Küstenlinie Südostasiens. Wie vor 100 Jahren arbeiten die Menschen auf dem Land mit Ochsen und Sense. Die goldene Sonne wärmt bereits am Morgen die sattgrünen Reisfelder im Land des Lächelns. Willkommen in Vietnam.

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Da will ich auch hin!

Kurze Strecken legen Vietnamesen gerne auf vollgepackten Motorrollern zurück. Turmhoch stapeln sie Schilf und Körbe voller Hühner. Doch für lange Fahrten ist der Zug das beliebteste Fortbewegungsmittel. Vom hohen Norden nahe der chinesischen Grenze, bis weit in den Süden reicht das Schienennetz und verbindet zwei gegensätzliche Kulturen miteinander. Seit der Teilung Vietnams im letzten Jahrhundert erleben Reisende ein schaffendes Volk rund um die Hauptstadt Hanoi und ein erlebnisorientiertes Volk im tausend Kilometer entfernten Gebiet um Ho-Chi-Minh.

In kaum einen Moment sind wir den Vietnamesen so nah wie in der Nacht im Zug. Die Wahl zwischen einem normalen Sitz, einem Sechsbettenabteil und einem aus vier Betten unterscheiden nur wenige Euro. Den Komfort eines 4 Bettabteils lernen wir schnell zu schätzen denn noch im Bahnhof fangen alle Männer bei offenen Türen an zu rauchen. Die kleinen Verbotsschilder wirken skurril, denn selbst der Schaffner nutzt die kurze Pause, bevor der Stahlkoloss seine Fahrt fortsetzt.

Die beiden obenliegenden Betten sind frisch bezogen, als wir das Abteil betreten. Auf der Ablage verschwinden die Rucksäcke und wenig später treffen unsere zwei Mitreisenden ein. Nachdem die Tür ins Schloss rauscht, füllt ein merkwürdiges Gefühl der Nähe den Raum. Wir werden kein Wort verstehen, doch lernen viel über die Eigenheiten der heimischen Menschen. An Schlaf ist kaum zu denken. Entweder schmeißt mich das wilde Ruckeln der Gleise von einer Seite auf die andere, oder dumpfes Schnarchen weckt mich wieder auf. Im flackernden Licht der vorbeifliegenden Laternen krabbelt eine Kakerlake an der hölzernen Wand.

Bei allen Strapazen entschädigt der blaue Himmel am Morgen. Die Sonne spiegelt sich im südchinesischen Meer, während der Zug in langen Serpentinen entlang der Küste um Hue ins Tal schlängelt. Diese Zugstrecke gilt als eine der schönsten der Welt und geizt nicht mit ihren Reizen. Lange Sandstrände und verschlafene Fischerdörfer zieren die immergrüne Landschaft. Eine Straße gibt es hier nicht. Sie verläuft einige Kilometer weiter westlich durch die Berge. Dieser Augenblick gehört nur dem, der eine Zugfahrt auf sich nimmt.

Verschlafen trotten wir über den Bahnhof von Da Nang. Eine abenteuerliche Fahrt, die wir vielleicht nie wieder antreten werden, wiegt schwer in unseren Körpern, doch noch tiefer in unserem Gedächtnis. Danke Vietnam.

Auf ihrer 11 monatigen Weltreise reisen Rob und Charleen einmal um die Welt. Ein one way Ticket bringt sie an das Ende der Welt. Von Fidschi fliegen sie über Neuseeland, Australien, Indonesien, Kambodscha, Vietnam, Sri Lanka, Malaysia nach Japan, in die USA und Kanada. In ihrem Buch - Eine Weltreise ins Glück – In 316 Tagen um die Welt (inkl. 5 Tipps zu jedem Land) –, berichten sie von einer unvergesslichen Reise und motivieren andere Abenteurer es ihnen gleich zu tun.

Weitere Infos auf: robschiller.de

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