Drei Tage in Wien: Das edle Juwel unter den Städten

Drei Tage in Wien: Das edle Juwel unter den Städten

Sich einfach mal verlieren und dem Schönen folgen, ohne zu wissen, wo man ist. Das funktioniert großartig in einer der schönsten und traditionsreichsten Städte der Welt: das historische Zentrum von Wien! Du wirst überwältigt sein.

Wiens Schönheit auf den Straßen

Österreicher können wohl nicht nicht schön. Gerechnet hatte ich mit ein paar einzelnen schönen Gebäuden. Kennt man ja. Aber nein, in dieser Straße, in der nächsten, und auch die darauf, ganz normale alltägliche Straßen mit einem wunderbaren Haus neben dem anderen. Wunderschöne Altbauten mit Erkern, Türmchen, Verzierungen, riesiger Pforte. Meine Alltags-Straßen sehen da ganz anders aus. Betritt man dann wirklich eine Sehenswürdigkeit, staunt man dann noch mehr. Dabei gibt es so viele Sehenswürdigkeiten, dass du einige zufällig entdecken wirst, einfach weil du hinein gelaufen bist, wo es schön aussah.

Die Menschen in Wien

Die Menschen sind tiefenentspannt und sehr hilfsbereit. Wien ist nach einem Ranking auch eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität und das Glücklichsein strahlen die Wiener auch aus. Schon der Erste dem wir begegneten: Ein älterer Herr mit gezwirbelten Schnurrbart, der gelassen den ganzen Touristen am Ticketautomat half und noch zu Scherzen aufgelegt war. In einem Café wurden wir außerdem von einer älteren Dame zu Sachertorte eingeladen.

Highlights

1. Das Naturhistorische Museum

Das absolute Highlight für uns war das Naturhistorische Museum, ein faszinierendes Gebäude! Danach glaubst du, alle Tiere der Welt auf einmal gesehen zu haben. Der Inhalt der Ausstellung ist schon begeisternd, aber mit diesen edlen, historischen Räumen und Vitrinen und dem speziellen Ambiente ist es ein einmaliges Erlebnis. Da fühlt man sich selbst fühlt auch so bedeutsam.

30.000 Tiere - so groß ist die Sammlung, die Kaiser Franz I Stephan von Lothringen 1748 erstanden hatte. Tatsächlich nicht nur zum einfachen Betrachten, sondern aus wissenschaftlichen Gründen. Oft wirst du überrascht sein, wie riesig große Tiere wirklich sind. Ein Seeelefant, erschien so gigantisch, dass man meint er wäre aus der Urzeit. 1000 kleinste und größte Käfer nebeneinander sehen aus wie Diamanten in schillernden Farben. Kalmare haben mit einem Durchmesser von 27 Zentimetern die größten Augen Unterwasser. Stell dir einmal vor, er schaut dich damit an. Dazu gibt es einen „echten“ Dinosaurier, bei dem die Bewegungen und Geräusche nachempfunden wurden und ein Vulkanausbruch ist an den Füßen spürbar und noch so vieles mehr.

Ganze vier Stunden waren wir dort und haben gerade einmal einen Bruchteil wirklich gesehen. Deswegen würde ich empfehlen, hier mindestens einen halben Tag einzuplanen. Im Gang darf man sogar mitgebrachtes Essen und Trinken verzehren. Das Naturwissenschaftliche Museum und Naturhistorische Museum liegen sich direkt gegenüber und sind baugleich in ihrer wunderschönen imposanten Weise. Der Eintritt für die Kunst betrug 16 Euro, für die Natur nur 12 Euro.

2. Der Wiener Prater

Ein liebevoller Freizeitpark. Wer generell Freizeitparks mag, sollte hier auf jeden Fall einen Abstecher machen. Achte etwas auf die Jahreszeit zu der ihr kommt. Denn ja, der Park ist dauerhaft geöffnet, aber nicht alles ist immer in Betrieb. Umsonst kann über das Gelände flaniert werden, nur die Fahrgeschäfte kosten natürlich.

Tatsächlich war das Kettenkarussell nach dem Naturkundemuseum mein zweites Highlight. Denn der Prater beherbergt das größte Kettenkarussell der Welt! Was für ein besonderer Ausblick, was für ein Erlebnis, als ob man über ganz Wien schaukelt. Gerade bei Nacht fand ich es großartig.
Das Riesenrad fanden war nicht schlecht und punktete mit einem Mini-Museum, das man vor der Fahrt durchläuft. Die Gondeln sind alles einzelne Waggons. 12 Euro schien mir jedoch etwas teuer, jedoch hat das Riesenrad natürlich historischen Wert, da es seit dem 18 Jahrhundert fährt. Wer gespart hat und vielleicht noch einen Ort für einen Heiratsantrag sucht, kann für 300 Euro für eine Stunde einen Waggon des Riesenrads mieten - mit 3-Gänge-Menü.

3. Eislaufen vor dem Parlament

Im Winter gibt es auf dem Platz vor dem Parlament (ein wunderbares Schloss) und zwischen dem Theater zwei Eislaufbahnen. Wirkliche Bahnen, die sich durch den Park schmal schlängeln und auf eine andere Ebene führen. Das ist mal eine Eisbahn!

4. Wiens wunderschöne Cafés

Das Café im Hundertwasserhaus

Das Café im Hunderwasserhaus hat natürlich ein besonderes Flair. Der Boden ist wellig, Straßenlaternen befinden sich innen drinnen, viele herabhängende Pflanzen vollenden das Bild. An sich ist das Hundertwasserhaus ein Wohngebäude, das heißt, nebenan wohnen tatsächlich Leute! Aber es gibt eben auch das Café und eine Ausstellung. Die Ausstellung zeigt jedoch nur Bilder von anderen Gebäuden von Friedensreich Hundertwasser und ist an sich nicht so besonders gebaut, wie der Rest.

Zum Hundertwasserhaus gelangt man recht bequem mit elektrischen City-Rollern, indem man an der Donau entlang fährt. Mehr zu den Rollern findest du weiter unten.

Das Café Central

Ein sehr berühmtes Café mitten im Zentrum der Stadt ist das Café Central. Bereits von außen beeindruckt es mit all den Säulen, Fenstern und Gewölbe. Wer die Süßigkeit „Daim“ mag, dem würde ich dort den Kaiserschmarrn empfehlen, sonst wählt lieber nicht das Klassische, sondern orientiert euch an der Kuchenvitrine. Dort findet ihr sehr besondere selbstgemachte Törtchen. Lasse dich von der oft langen Schlange davor nicht abschrecken, es geht viel schneller als man denken mag.

5. Der Prunksaal der Nationalbibliothek

Wer schon immer begeistert war vom Ballsaal (bzw. Bibliothek) bei “Der Schöne und das Biest” wird sich sehr über die Nationalbibliothek Wiens freuen. Bücher bis zur Decke, mit Leitern, die hinauf führen und Globen, die nach damaligem Stand der Wissenschaft das Himmelszelt zeigen. Wunderbar,, wie Künstler und Wissenschaftler sich ergänzten. Der Eintritt kostete 8 Euro. Da es nur ein Saal ist, fand ich es etwas teuer, aber vielleicht war ich zu dem Zeitpunkt auch einfach schon verwöhnt von Wien. Öfters können Museen zu bestimmten Tagen und Zeiten auch umsonst besucht werden. Einfach vorher mal online nachschauen.

6. Die Karlskirche

Bei schönem Wetter kann ich dir auf jeden Fall die Karlskirche ans Herz legen. Wahnsinn von außen, diese Details, die Verzierungen. Einfach einmal in die Sonne setzen und einen Kaffee vom Fahrradcafé dort schlürfen. Das waren die besten Heißgetränke, die wir in Wien hatten.

Lust auf Mehr?

Das berühmte Schloss Belvedere haben wir nur von außen angesehen. Es gibt das Untere Belvedere und das Obere Belvedere und meint nicht zwei Etagen, sondern tatsächlich zwei Gebäude mit einem Garten dazwischen. Faszinierend ist es von außen und auch einmal durchs Fenster zu lugen hat sich gelohnt. Innen ist es wohl vielmehr eine Kunstausstellung, als etwa eine Besichtigung von Wohnräumen.

Mehr haben wir an einem verlängerten Wochenende einfach nicht geschafft. Aber das war überhaupt nicht schlimm, weil wir schon so überwältigt waren von all den Eindrücken und so glücklich damit. Da muss man wohl zweimal hin oder einfach mit 1-2 Wochen Zeit. Was für eine Stadt. Vom Spaß, Edel bis in die Tiefe. Mit Lima und Panama City gehört Wien jetzt zu meinen absoluten Lieblingsstädten.

Weitere Tipps für deine Wien-Reise

Anfahrt vom Flughafen

  • Zug ÖBB, 4€, 15 Minuten bis zum Hauptbahnhof
  • Zug CAT, 12€, 16 Minuten bis zum Westbahnhof (Wird sehr viel beworben, direkt wenn du aus dem Flieger steigst. Für den ÖBB musst du ganz rauslaufen und den roten Schalter neben dem CAT-Schalter nutzen, oder runter zu den Zügen und das Ticket bei den Automaten kaufen)
  • Taxi, 35-40€, 15 Minuten bis zum historischen Zentrum

Wohnen

Versuche unbedingt etwas im Bezirk 1 oder 2 zu bekommen. Zum einen für das Wohn-Flair und zum anderen um direkt mitten in der historischen Altstadt fußläufig alles erreichen zu können. Wir waren im Bezirk 10, nicht besonders schön, und 15 Minuten mit der Bahn zu Allem entfernt.

Elektrische City-Roller

Die Wiener sind da schon weiter als wir Deutschen. Sehr witzige Geräte, um die Altstadt zu erkunden. Über das Handy mit eingestellter Fahrradnavigation und Lautsprecher wunderbar zu benutzen und eine super Alternative zur U-Bahn. Man benötigt zum Entsperren nur eine App und scannt dann den QR-Code des Gerätes ein. Kostet 0,15€/Minute und nochmal 1€ pro Entsperrung. Abstellen kann man es einfach wo man mag und einfach wieder sperren. Die App zeigt auch an, wo Roller in der Nähe sind. Es gibt mehrere Anbieter, lade dir gleich mehrere runter, wie z. B. Lime und Bird, dann bist du flexibler und findest schneller einen freien City-Roller.

Vienna Pass ja oder nein?

Der Pass ist kaufbar für 1-3 Tage mit freiem Eintritt in mehr als 60 Sehenswürdigkeiten sowie freie Nutzung der Hop on-Hopp off Busse. Klingt erstmal gut, denn man kann die verschiedenen Buslinien der Sightseeing-Busse einfach als “öffentliche Verkehrsmittel” nutzen und sich Ticketkosten sparen. Ist man aber einmal im Zentrum Wiens angelangt, ist das meiste fußläufig sehr gut zu erreichen.
Der Vienna Pass kostet für 1 Tag 59 €. Wien bietet so viele Sehenswürdigkeiten, dass man ganz schön hetzen müsste, um so viele wie möglich an einem Tag zu besichtigen. Denn nur dann lohnt sich der Vienna Pass wirklich.

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